• Hanne Luhdo

Aber ohne Verständigung ist alles nichts

Aktualisiert: 22. Apr 2019

Was macht man als Atheistin zu Ostern? Mit Vertretern der Kirche und Menschenrechtlern gemeinsam zum Ostermarsch gehen! Der Wunsch nach Frieden verbindet. Ich gestehe allerdings, dass es mein erster Ostermarsch war. In der DDR gab es zwar auch eine Friedensbewegung, aber die Tradition der Ostermärsche für Frieden und Abrüstung, die im westlichen Teil Deutschlands zu Beginn der 60er Jahre begann, ist im Osten nicht gewachsen.

Doch inzwischen ist die Antikriegsbewegung auch im Osten angekommen. Der fast schon vergessene Kalte Krieg kommt wieder in Erinnerung. Ängste machen sich breit. Das Schweriner Friedensbündnis, das sich 2017 gründete, hat in diesem Jahr den zweiten Ostermarsch in der Landeshauptstadt organisiert. Ein Bündnis aus linken Kräften, dem es bisher nicht gelungen ist, die Menschen partei- und bündnisübergreifend zu mobilisieren. Aber der Anfang ist gemacht.

Ich frage mich, ob die Sorge um den Frieden nicht alle friedliebenden Menschen auf die Straße bringen kann und muss, egal, welcher Partei sie angehören oder welche Religion sie ausüben. Warum ist es so schwer, sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen? Vielleicht schrecken einige Fahnen und Plakate ab, sich einzureihen, weil man manches anders sieht. Doch jeder kann seine eigene Friedensbotschaft verkünden. Meine ging so:


Beweg dich, Bürger, schau nicht zu, wie andere sich brüsten

und mit dem Geld von dir und mir das Land weiter aufrüsten!

Nicht Waffen, sondern Wohnungsbau woll’n wir finanzieren,

in Bildung und Gesundheit mehr als bislang investieren.

Für Frieden und Gerechtigkeit woll’n wir uns erheben,

die Erde und die Menschheit schützen für ein faires Leben. (die letzte Strophe aus meinem Lied „Aufrecht gehen“)


Aber man braucht gar nicht so viele Worte. Bilder sagen oftmals mehr. Auf Plakaten wurde an Kriege erinnert, die Millionen Menschen das Leben gekostet haben - in Korea, Vietnam, Jugoslawien, Libyen, Afghanistan, Irak, Syrien… Zwei Weltkriege.

Ganz einfach brachte es eine junge Frau auf den Punkt, die auf eine Pappe geschrieben hatte: Frieden für ALLE! Dazu das Peace-Zeichen.

Den Spruch von Willy Brandt kennt so ziemlich jeder: Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts. Ich möchte ergänzen: Und ohne vernünftig miteinander zu reden und zu verhandeln, kommt man zu nichts. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Vielleicht sind wir beim Ostermarsch 2020 schon mehr.

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